„Wir waren anfangs etwas skeptisch“, räumt
Karl W. Schröder ein. Was nützt das? Wie viel
zusätzliche Arbeit bringt es? Diese Fragen seien
ihm und seinen Kollegen in den Sinn gekommen,
nachdem sich die Prüfer an seiner Schule, dem
Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal, angekündigt
hatten, berichtet der Leiter. Angst davor,
sich auf die Finger gucken zu lassen, hätten seine
Lehrerinnen und Lehrer aber nicht gehabt. Dass
es nicht darum geht, einzelne Pädagogen an den
Pranger zu stellen, dies sei den Kollegen durchaus
bewusst gewesen. Und was die Schule als Ganzes
betriff t: „Wir wussten schon, wir haben etwas vorzuzeigen.“
Überrascht war Schröder dann doch
über den Ablauf und das Ergebnis – positiv. Sicher,
die erwartete Mehrarbeit habe es zumindest
für die Schulleitung schon gegeben. Die hohe Professionalität
der Prüfer und die Vielschichtigkeit
der Analyse allerdings hätten ihn verblüfft. „Man
bekommt eine Bilanz in einer Vollständigkeit, die
sich im täglichen Geschäft nicht herstellen lässt.
Beeindruckend.“
Insgesamt rund 1.400 Schulen in Nordrhein- Westfalen haben die 2006 eingeführte Qualitätsanalyse des Schulministeriums bereits durchlaufen. Bis 2013 sollen alle Schulen im Land begutachtet worden sein. Jetzt liegt ein erster Bericht vor. Danach zeigten sich 81 Prozent der Kollegien „voll zufrieden“ oder „zufrieden“ damit, wie die Qualitätsanalyse ablief – auch wenn die Mehrzahl den Aufwand für die Zusammenstellung der Daten und Dokumente für zu groß hielt. Durchschnittlich 79 Arbeitsstunden fielen dafür nach Angaben der Schulen jeweils an. Die Ergebnisse entschädigten aber off enbar für die Mühe: Rund 84 Prozent der Schulen stimmten „voll“ oder „eher“ zu, dass die jeweils drei- bis viertägige Qualitätsanalyse wichtige Impulse für die weitere Entwicklung geliefert habe.
Folgende Trends lassen sich erkennen:
Das gilt auch für Eltern, Schüler und Lehrer am Wuppertaler Carl-Fuhlrott-Gymnasium. Zur guten Stimmung dort hat die Qualitätsanalyse durchaus beigetragen. Nicht nur, weil die Ergebnisse hervorragend waren. Auch, wie Schulleiter Schröder betont, weil sich alle ernst genommen und wertgeschätzt gefühlt hätten: Zur Analyse gehören Gespräche mit allen Gruppen, die am Schulleben beteiligt sind. Schröder selbst hat durch die Qualitätsanalyse einen neuen Blick auf das System Schule gewonnen: „Vieles, was sonst im Verborgenen blüht, rückt in den Vordergrund. Dadurch wird einem selbst mal klar, was für eine umfangreiche und qualitätsvolle Arbeit wir hier leisten.“
ANDREJ PRIBOSCHEK