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Kinder halten sich in Mathe für besser, als sie sind

Jeder fünfte Schüler steht in Mathematik vier oder fünf. Sich selber würden sie oft besser benoten.

Die Selbsteinschätzung und die tatsächliche Rechenkompetenz der Schüler klaffen auseinander. Das zeigt die repräsentative Studie „Rechnen in Deutschland“, die im Auftrag der Stiftung Rechnen durchgeführt wurde. 80 bis 90 Prozent der Schüler beherrschen eigener Ansicht nach die Grundrechenarten Addition, Subtraktion und Multiplikation „gut“ oder „sehr gut“. In Geometrie und im Dreisatz geben sich diese Note etwa 60 Prozent, in der Bruch- und Prozentrechnung sind es 54 bzw. 58 Prozent. Dennoch stand bei einem Fünftel der Schüler im Fach Mathematik eine Vier oder eine schlechtere Note auf dem Zeugnis. Durchschnittlich liegt die Mathenote bei 2,7.

Selbsteinschätzung und die tatsächliche Rechenkompetenz

Laut Studie zeigen Kinder, die von ihren Eltern die Wichtigkeit des Faches Mathematik vermittelt bekommen haben, bessere Matheleistungen. Auch die Freude der Schüler an diesem Fach wird durch die Familie beeinfl usst: Kinder von mathebegeisterten Eltern haben selbst häufiger Spaß an dem Fach. 89 Prozent der Schüler meinen der Untersuchung zufolge, dass die Rechenkompetenz wichtig für ihre Zukunft ist. Lediglich die Leseund Schreibekompetenz sowie den Besitz sozialer Fähigkeiten bewerten sie als noch wichtiger. Mehr als der Hälfte ist bewusst, dass eine gute Mathenote für ihre Ausbildung und den Berufseinstieg bedeutend ist. Rund ein Viertel der Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, rechnen sich wegen ihrer Mathenoten schlechte Chancen bei der Ausbildungs- und Studienplatzsuche aus.

28 Prozent der Deutschen bereuen, nicht mehr Energie ins Mathelernen investiert zu haben. Fast jeder Fünfte muss während der Ausbildung oder des Studiums viel mathematisches Wissen nachholen.

Ziel der neu gegründeten Stiftung Rechnen ist es, die mathematische Bildung zu verbessern. Gründungsstifter sind die comdirect bank AG und die Börse Stuttgart AG.

Mädchen leiden stärker

Schlechtes Klassenklima geht mit regelmäßigeren Beschwerden einher.

MädchenGereiztheit, Einschlafprobleme, Schmerzen – jeder dritte Schüler in Deutschland leidet offenbar regelmäßig an Stress-Symptomen. Das zeigt eine DAK-Studie. Mädchen berichten häufiger davon: 40 Prozent haben mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Kinder, die in einer Klasse mit schlechtem Klassenklima sind, leiden regelmäßiger daran. www.presse.dak.de/ps.nsf Suchwort: Studie Stress

 

Schläge bewirken niedrigeren IQ

Ängstliche Kinder entwickeln sich geistig schlechter.

Kinder, die regelmäßig Schläge bekommen, haben einen niedrigeren Intelligenzquotienten als gewaltfrei aufwachsende Gleichaltrige. Das zeigt eine Untersuchung der Universität von New Hampshire. Je öfter Kinder geschlagen werden, desto ängstlicher sind sie – was sich auf die geistige Entwicklung auswirkt, heißt es in der Studie.

Mehr Haushalte ohne Kinder

Jugendliche möchten eine Familie gründen.

In Nordrhein-Westfalen sind Haushalte, in denen Kinder leben, nun in der Minderheit. Das zeigt der 9. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung.

54 Prozent der Haus - halte sind kinderlos. In einem guten Drittel der Haushalte hierzulande leben Paare mit Kindern. Gewandelt hat sich auch die Form des Zusammenlebens: Die Zahl von Patchwork-Familien und Alleinerziehenden ist gestiegen, klassische Familien gibt es immer seltener. Nur bei Familien mit Zuwanderungsgeschichte ist die klassische Form weiterhin dominierend.

Gleichzeitig ist die Bedeutung der Familie für junge Menschen gestiegen: Fast drei Viertel der Jugendlichen meinen, dass man eine Familie braucht, um glücklich zu sein. Die überwiegende Mehrheit von ihnen möchte eine Familie gründen.

Schule in Deutschland beliebter als in Finnland

Mehr als ein Drittel der deutschen Kinder mögen die Schule sogar sehr gern.

Anteil (in %) junger Menschen, die „Schule sehr gerne mögen“

In nur wenigen Industrieländern gehen so viele Kinder „sehr gern“ zur Schule wie in Deutschland: Mehr als ein Drittel der jungen Menschen hierzulande äußern sich entsprechend. PISA-Sieger Finnland gehört mit 15,8 Prozent zu den Schlusslichtern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Kinderhilfsorganisation Unicef.

Besorgniserregend ist dagegen, dass in Deutschland jeder vierte Jugendliche seiner berufl ichen Zukunft mit großen Bedenken entgegensieht. In keinem anderen Land sind Kinder so pessimistisch wie hierzulande – obwohl sich das Bildungs niveau verbessert hat und die Arbeitslosigkeit vergleichsweise niedrig ist. In den USA, die im Gesamtvergleich hinten liegen, sind nur knapp neun Prozent der Jugendlichen so pessimistisch. Prof. Hans Bertram, Autor der Studie, rät: „Erwachsene müssen Kindern den Glauben an sich selbst vermitteln, um sie auch für eine unsichere Zukunft zu stärken.“

Dicke Kinder sind gefährdeter

Erhöhtes Gesundheitsrisiko nicht erst als Langzeitfolge.

Kinder mit Übergewicht sind schon in jungen Jahren gesundheitsgefährdeter als normalgewichtige. Das zeigt eine Studie des Herzzentrums der Universität Leipzig. Derzufolge trägt Übergewicht dazu bei, dass Arterien schneller verkalken, der Blutdruck höher und der Zustand der Gefäße schlechter ist. Weiterhin wurden bei dicken Kindern Hinweise für einen Glukosestoffwechsel als Vorstufe von Diabetes festgestellt. Kindergärten, Schulen und Eltern sollten auf das Ernährungsverhalten einwirken und dafür sorgen, dass die Kinder mehr Sport machen, rät Studienleiterin Sandra Erbs.

Kaum Schutz der Privatsphäre

Im Internet geben Jugendliche oft Privates Preis.

Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen besuchen mehrmals in der Woche Online-Communities wie „SchülerVZ“. 2008 waren es noch 57 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative JIM-Studie über das Medienverhalten der deutschen Jugendlichen. Der sensible Umgang mit persönlichen Daten ist bei den jungen Nutzern eher gering ausgeprägt: Nicht einmal die Hälfte schränkt ihre Profilseite so ein, dass sie nur von einem selbst-definierten Nutzerkreis eingesehen werden kann. Und das, obwohl immer mehr persönliche Informationen und Fotos im Netz hinterlegt werden.

Simsen schadet der Sprache nicht

Die Lese- und Schreibkompetenz von Kindern leidet nicht darunter, wenn sie häufig SMS-Texte mit Abkürzungen verschicken – im Gegenteil.

Mädchen mit HandyKinder, die bei Kurznachrichten über ihr Handy oft Abkürzungen verwenden, haben beim Lesen und Schreiben weniger Schwierigkeiten als andere Kinder. Das zeigt eine Langzeitbeobachtung von britischen Schülern durch Wissenschaftler der Universität Coventry. Off enbar fördere die Nutzung von Kürzeln die Lese- und Schreibfähigkeit. Mit steigendem Alter nimmt das SMS-Texten mit Abkürzungen zu. Daraus schließen die Forscher, dass zum Verfassung solcher Texte fortgeschrittene sprachliche Fähigkeiten nötig sind. Kinder, die häufig Kürzel benutzen, sind laut Studie fähig, Sprachmuster zu entdecken, einzugrenzen und zu verändern.

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