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Vor 130 Jahren:

Puttkamers Orthographie

Sorgte 1880 für Wirbel:Der Untergang der deutschen Sprache wurde vor gut 130 Jahren beschworen. Damals führte Kultusminister Robert Viktor von Puttkamer per Erlass eine vereinfachte Rechtschreibung an preußischen Schulen ein. Aus „th“ in der Mitte und am Ende der Wörter wurde „t“ (Mut statt Muth); „c“ wurde größtenteils durch „k“ und „z“ ersetzt (Zitrone statt Citrone, Klasse statt Classe). Aus heutiger Sicht gibt’s daran nichts zu meckern. 1880 aber wurde empört diskutiert. Auch Reichskanzler Bismarck konnte den Neuerungen nichts abgewinnen und untersagte den Beamten, sie zu benutzen. Dennoch setzten sich die Regeln durch. Dazu trug ein Buch bei, das Puttkamers Reform zur Basis einer deutschen Einheitsorthographie machte: der Ur- Duden. Mittlerweile sind einige Rechtschreibreformen über das Land gerollt. Und Puttkamer ist wieder aktuell: Hieß es vor Kurzem, „trenne nie das s vom t, denn es tut den beiden weh”, so darf „st“ heute wieder am Zeilenende getrennt werden. Genauso, wie es in der preußischen Schulorthografie von 1880 stand.

Frauke König

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