Steigt das politische Interesse junger Menschen wieder an? Vor sieben Jahren interessierte sich nur noch ein Drittel der Jugendlichen für Politik, so ermittelte damals die Shell-Studie – gegenüber 57 Prozent im Jahr 1991. 2006 dann registrierten die Jugendforscher wieder einen leichten Anstieg: Immerhin 39 Prozent der Jugendlichen bezeichneten sich nun als politisch interessiert. Jetzt gibt es einen Befund, der tatsächlich auf eine Trendwende schließen lässt: Nach der aktuell erschienene JIM-Studie, die sich mit der Mediennutzung Jugendlicher beschäftigt, stößt das Thema Politik wieder bei einer Mehrheit der Zwölf- bis 19- Jährigen auf Interesse – zumindest war dies zum Zeitpunkt der Erhebung im Vorfeld der Bundestagswahl so.

Der repräsentativen Studie zufolge ist es gut der Hälfte der Befragten wichtig, über politische Entscheidungen in Deutschland und im eigenen Wohnort schnell Bescheid zu wissen. Das Informationsbedürfnis nimmt mit steigendem Alter zu: Während etwa 40 Prozent der Zwölf- bis 13- Jährigen angegeben haben, ein hohes Informationsbedürfnis zu haben, sind es bei den 18- und 19- Jährigen schon 71 Prozent, die möglichst zeitnah über bundespolitische Belange informiert werden wollen. 65 Prozent möchten zügig über lokalpolitische Entscheidungen auf dem Laufenden gehalten werden.
Auch die Mehrheit derjenigen, die bei der Bundestagswahl zum ersten Mal wählen durften, hat im Vorfeld Interesse an der Bundestagswahl bekundet. Der Studie zufolge interessierten sich 61 Prozent der 18- bis 19-Jährigen für die Wahl. 28 Prozent waren daran sogar „sehr interessiert“, ein Fünftel der jungen Wähler war es allerdings überhaupt nicht. Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Betrachtung des Bildungshintergrunds: Je niedriger die formale Bildung der Befragten war, desto geringer fiel auch das Interesse an der Wahl aus. Während sich nur ein gutes Drittel der Jugendlichen mit formal niedriger Bildung dafür interessierte – und die Hälfte von ihnen gar nicht – , lag der Anteil der Interessierten bei den Befragten mit mittlerem Bildungsabschluss schon knapp bei der Hälfte. Für drei Viertel der Abiturienten war die Wahl von Interesse. Auf die Frage, aus welcher Quelle die Jugendlichen Informationen über die Wahl beziehen, gaben rund 50 Prozent an, sich im Internet zu informieren. Die Tageszeitung und das Fernsehen haben eine deutlich geringere Rolle gespielt.
Klassenwiederholungen führen bei Sitzenbleibern in der Regel nicht zu besseren Schulleistungen. Auch Kinder, die im Klassenverbund bleiben, haben zumeist keinen Nutzen davon, dass schwächere Schüler nicht versetzt werden und ausscheiden: Die Leistungsfähigkeit der Klasse wird weder homogener, noch geht es mit dem Unterrichtsstoff zügiger voran. Das zeigt jedenfalls eine Studie, die Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Im vorletzten Schuljahr mussten bundesweit von neun Millionen Schülern allgemein bildender Schulen eine Viertelmillion die Klasse wiederholen. Jährlich kostet das fast eine Milliarde Euro.
Der Klemm-Studie zufolge bestehen zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede: Während in Bayern 3,6 Prozent sitzenbleiben, sind es in Nordrhein-Westfalen – noch – 2,7 Prozent. Hierzulande ist der Trend allerdings rückläufig: So wiederholten 2008/2009 gegenüber dem Schuljahr 2004/2005 deutlich weniger Schüler der Sekundarstufe I eine Klasse. An Gymnasien sank die Quote um 0,9 und an der Hauptschule um 0,2 Prozentpunkte. 2008 starteten das Schulministerium und Lehrerverbände die Initiative „Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben“.
Kopfläuse haben mit
einer Genveränderung
auf gängige Behandlungsmittel
reagiert.
Zu diesem Ergebnis
kommt eine Studie der
Kieler Universitätsklinik.
Dabei wurden 2. 000
Kinder im Alter von drei
und zwölf Jahren untersucht.
Bei knapp vier
Prozent der Kinder fand
man Kopfläuse, und
alle Parasiten wiesen
dieselbe Genveränderung
auf. Diese könnte
verantwortlich dafür
sein, dass die Therapie
mit dem Insektengift
Pyrethrum immer öfter
wirkungslos bleibt. Jetzt
seien Vergleichsstudien
zwischen gängigen
und neuen Präparaten
notwendig, hieß es.
Wirkungsvoll bleibt:
der Läusekamm.
Schüler profitieren von
außerschulischen Experimenten
im Labor nur
kurzfristig. Das legt eine
Studie von Psychologen
aus Kiel und Bielefeld
mit 500 Siebt- und
Achtklässlern
nahe, wie
die Zeitschrift „Psychologie
heute“ berichtet. Die
Hälfte der Kinder durfte an
einem Labortag chemische
Experimente machen, die
andere Hälfte nicht. Vier
Wochen später gab es bei
der Motivation der Schüler
keine Unterschiede mehr.
Für langfristige Effekte sei
die Einbindung in den regulären
Unterricht wichtig.
Kinder, die im Alter von null bis drei Jahren eine Krippe besuchen, haben gute Bildungschancen. Das hat eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergeben. Durch die frühkindliche Förderung erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, bei Kindern aus bildungsfernen Familien besonders deutlich.
Mobbing unter Schülern verlagert sich in die virtuelle Welt. Dies hat eine Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau ergeben. Knapp 2. 000 Kinder und Jugendliche der Jahrgangsstufen 1 bis 13 wurden dafür befragt. Rund 40 Prozent davon erklärten, von direktem Mobbing betroffen zu sein, also von gezielter und wiederholter körperlicher Gewalt und verbalen Angriffen. Bereits rund 17 Prozent der Befragten gaben an, per Handy oder im Internet beleidigt, geächtet oder gedemütigt worden zu sein – hochgerechnet auf die Schülerzahl in Deutschland ergibt das eine Zahl von bundesweit 1,9 Millionen Kindern und Jugendlichen, die bereits Opfer von Cybermobbing wurden, rechnen die Autoren der Studie vor.
Kann ein Vorname über Bildungschancen entscheiden? Eine umstrittene Studie der Universität Oldenburg jedenfalls legt dies nahe. Bestimmte Vornamen, so das Ergebnis, führten bei Lehrern zu Vorurteilen hinsichtlich der Fähigkeiten und des Verhaltens der Kinder. Für die Untersuchung waren rund 2.000 Grundschullehrer online anonym befragt worden. „Der überwiegende Teil assoziiert Persönlichkeitsmerkmale zu Vornamen, ohne darüber zu reflektieren oder davon Abstand zu halten“, heißt es.
Lehrerverbände zeigten sich empört und bezweifelten den Befund. Dabei wäre es erstaunlich, wenn Lehrer keine Schlüsse aus Namen ziehen würden – jeder tut das, wie eine Studie von Psychologen der Universität Chemnitz ergab. Namen wecken danach stets Assoziationen zu Alter, Attraktivität und Intelligenz. Die Folgerung allerdings, dass Lehrer sich von solchen Vorstellungen im Umgang mit ihren Schülern leiten lassen, erscheint in der Tat abenteuerlich.
Vornamen, die Intelligenz verheißen, sind etwa: Alexander, Christian, Felix, Hanna, Jan, Johanna, Jonas, Katharina, Lea, Lukas, Maria, Matthias, Maximilian, Michael, Niklas, Peter, Sophie, Thomas.
Quelle: TU Chemnitz