Sind es Anzeichen für einen wachsenden Hedonismus unter jungen Menschen? Jedenfalls: Piercing ist „in“ – hat aber mit Protesthaltung nichts mehr zu tun –, und Umweltbewusstsein ist „out“: Zu diesen Ergebnissen kommen aktuelle Untersuchungen, die sich mit der Haltung von Jugendlichen beschäftigen. Mittlerweile ist rund ein Drittel der jungen Frauen zwischen 14 und 24 Jahren gepierct, wie eine repräsentative Studie der Universität Leipzig ergeben hat. Junge Männer in der Altersgruppe tragen den durch die Haut gestoßenen Körperschmuck deutlich weniger (7,8 Prozent). Provokation, so ermittelte die Grazer Erziehungswissenschaftlerin Agnes Trattner in einer Befragung von gepiercten Mädchen, spielt dabei aber kaum eine Rolle mehr. „Die Abgrenzung gegenüber Lehrern und Eltern oder die Zugehörigkeit zu einer Szene sind größtenteils unwichtig“, sagte sie gegenüber „Spiegel online“.

Problematischer ist wohl der Befund, dass die Jugendlichen heute im Schnitt deutlich weniger umweltbewusst sind als in den 90er Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt der Bielefelder Soziologie-Professor Axel Braun in einer repräsentativen Studie unter Zehntklässlern. Zwar verhielten die sich heute noch umweltfreundlich, etwa bei der Mülltrennung – weil’s keine Mühe mache. Die Bereitschaft aber, sich über Umweltthemen zu informieren oder gar dafür zu engagieren, habe gegenüber 1993 deutlich nachgelassen. Braun schlussfolgert: Die hohen Erwartungen an die Umwelterziehung hätten sich nicht erfüllt.
Deutsche Schüler haben bei der Weltmeisterschaft
der Gedächtnissportler in London beeindruckt.
Die 17-jährige Dorothea Seitz aus Torgelow
in Mecklenburg-Vorpommern verteidigte bei
den Junioren ihren Weltmeister-Titel. Die junge
Norddeutsche schaffte es unter anderem, 214
abstrakte Symbole in der richtigen Reihenfolge
wiederzugeben – ein neuer Weltrekord. Auch der
Zweitplatzierte in der Gesamtwertung, der 17-Jährige
Christian Schäfer aus Netphen im Siegerland,
schaffte einen neuen Weltrekord: Er konnte sich
1.504 Ziffern in der richtigen Reihenfolge merken.
Die Teilnehmer treten in zehn Disziplinen gegeneinander
an. Die Gedächtnis-WM wird seit 1990
ausgetragen. www.memory-sports.com

Lehrer sind – mal wieder – besser als ihr Ruf: So herrscht landauf, landab das Vorurteil, dass deutsche Lehrer in Sachen Informationstechnologie zumeist hinter dem Mond leben und sich von ihren Schülern vormachen lassen müssen, wie ein Computer zu bedienen ist. Das Unternehmen Microsoft hat jetzt ermittelt: Stimmt gar nicht. Die Lehrer gehören in Deutschland offenbar zu den Bevölkerungsgruppen, die besonders gut mit den neuen Medien umgehen können – besser als Schüler. Nur Studenten schnitten bei dem „IT-Fitness“- Test besser ab. Kleiner Wermutstropfen: Deutschland insgesamt liegt im internationalen Vergleich eher hinten. www.it-fitness.de
Spielerisch ein Hotel gründen – dies können Schüler mit der neuen Lernsoftware der Stiftung Partner für Schule NRW und der NRW Bank. Ziel ist, die wichtigsten Schritte einer Existenzgründung zu erfahren, von der Idee über Personalauswahl bis zu den Finanzen. Das Spiel ist geeignet für weiterführende Schulen. Bestellungen unter: www.gotoschool.de
Im Rahmen der Aktion „Go ahead“ können Lehrer mit ihrer Klasse ab Januar an einem Wettbewerb der Unfallkasse NRW teilnehmen. Einzureichen ist ein Beitrag zum verkehrssicheren Radfahren in Form von Spots, Fotostorys, Songtexten und Kurzgeschichten, die Begriffe zum Thema Sicherheit und Radfahren berücksichtigen. www.spotwettbewerb.de
Für einen Berufsorientierungstest können sich Realschul- und Gymnasialklassen und Kurse der Sekundarstufe II im Netzgebiet von RWE Rheinland Westfalen Netz ab sofort online anmelden. Unter dem Motto „Stärken erkennen – Chancen nutzen“ besteht der Check aus einem Onlinetest, Beratungsgesprächen und anschließender Schülerpräsentation. www.kompetenzchecker.de
Weitere 43 Schulen haben das „Gütesiegel Individuelle Förderung“ erhalten – insgesamt 314 Schulen sind damit nun geehrt worden. Mit dem Siegel zeichnet das Land NRW Schulen aus, die auf eine gute Praxis individueller Förderung verweisen können. www.chancen-nrw.de
„Erdbeben“ liegt vorne,
gefolgt von „Zeitenwende
1989/1990“ und „Moderne
Nazis“: Die drei
Dokumentarfilme sind in
den letzten fünf Jahren
die beliebtesten Medien,
die das Institut für Film
und Bild in Wissenschaft
und Unterricht (FWU) an
Schulen verschickt hat.
Weitere Bestseller: „Hochwasser“
(4.), „Imagework
– Aussehen, Auftreten,
Ausstrahlung“ (5.), gefolgt
von „Deutsche Kolonien:
Afrika brennt“ (6.) und
„Einsteins Welt“ (7.). Die
Plätze acht bis zehn belegen:
„Genetik“, „Fernöstliche
Religionen“ und „Der
tropische Regenwald“.
Das FWU produziert als
Medieninstitut der Länder
jährlich etwa 80 neue
Titel, vor allem für den
Einsatz an Schulen.
www.fwu.de
Martin Lehner,
Haupt-Verlag,
24, 90 Euro
Nicht erst seit „G8“ ein Thema: Wie lassen sich große Stoffmengen so kompakt darstellen, dass sie auch in kurzer Zeit verständlich vermittelt werden können? Der Wiener Didaktiker und Professor Martin Lehner gibt Antworten für die Praxis in Schule und Hochschule – grundlegend.
www.siemens-stiftung.org/medienportal
Eine Fundgrube, nicht nur für den naturwissenschaftlichen Unterricht: Das Medienportal der Siemens- Stiftung bietet Lehrern mehr als 1.000 Medien, darunter neuerdings auch englischsprachige, zu den Themen Energie, Hören, Licht und Wasser zum Download an – gratis.
Anita van
Saan,
Arsedition,
49, 80 Euro
Das Buch mit Aufklappseiten, Stehaufund Vexierbildern erlaubt Kindern einen unbefangenen Blick auf Deutschland, ohne die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte auszublenden – großformatig.