Die Pädagogen-Plattform: Im Zeitalter von schrillem Web- Design kommt die Seite www.4teachers.de fast schon nüchtern daher. So glaubt man denn auf den ersten Blick auch kaum den Angaben des Seitenbetreibers, dass sich dort bundesweit bereits über 560.000 Mitglieder angemeldet haben und viele davon aktiv mitmachen. „Wir wollten einfach nur für eine Plattform sorgen, auf der man sich als Lehrer austauschen kann“, sagt Bernd Dumser, selbst Lehrer und einer der Köpfe hinter 4teachers, über die Anfänge 1999. „Es war also zunächst mal reiner Eigennutz.“ Doch lange blieben Dumser und seine Kollegen nicht unter sich, und das, obwohl für die Seite laut Dumser bis heute nie richtig Werbung gemacht wurde. Immer mehr interessierten sich für die Austauschbörse. Eine Statistik, die auf der Seite abrufbar ist, hat seit Seitenstart immerhin fast 80.000 Kommentare und rund 42.000 Arbeitsmaterialien gezählt. Ausgetauscht wird alles, was rund um den Unterricht gebraucht wird: ob Arbeitsblätter, Stundenentwürfe, Bildmaterial oder Skizzen. Auch soziale Themen finden ihren Platz. Die User reden über Mobbing und Hochbegabung genauso wie über Burn- Out oder die Frage, ob man sich im Kollegium Duzen oder Siezen sollte. Die Webseite, für die die Betreiber 2008 eine GmbH gegründet haben, um das Haftungsrisiko zu minimieren, finanziert sich über Werbung, Spenden und einen eigenen Online- Shop, der Arbeitsmaterialien für Lehrer führt.

Die Austauschbörse: Einen Shop hat eine weitere Seite für Lehrer im Netz, nämlich www.lehrerfreund.de, zwar noch nicht, aber ansonsten gibt es viele Parallelen zum Konzept von 4teachers. Der Lehrerfreund ist ebenfalls ein Forum, auf dem sich Pädagogen austauschen können. Und auch wenn der Name Lehrerfreund etwas irritieren mag: Die virtuellen „Freunde“ sind weniger an gemeinsamen Freizeitaktivitäten als vielmehr an Unterrichtsmaterialien des jeweils anderen interessiert. Der Lehrerfreund ging Mitte 2000 erstmals ans Netz. „Damals war es einfach interessant, mal eine Internetseite zu entwickeln“, sagt Gründer Berthold Metz. „Ich hatte zumindest keine spezifischen Geschäftsabsichten.“ Metz wollte damals schlicht ein zentrales Archiv für seine Bookmarks schaffen, die er beim Surfen durchs Netz von interessanten Seiten angelegt hatte. Für Metz stand daher von Anfang an eher der fachliche Austausch im Vordergrund, Persönliches wollte er von sich nicht unbedingt preis geben. „Ich bin bewusst nicht den Weg der Blogger gegangen“, sagt der inzwischen 38-jährige Lehrer. Nach seinen Angaben wird der Lehrerfreund, der weitestgehend ehrenamtlich betrieben wird, von rund 200.000 Besuchern pro Monat angesteuert.
Die Zukunftswerkstatt: Mit nach eigenen Angaben knapp 31.000 Besuchern pro Tag und knapp 3,5 Millionen Klicks pro Monat könnte es www.lehrer-online.de gar mit so manch namhaften Nachrichtenseiten aufnehmen. Entsprechend umfangreich ist die Unterrichts-Materialsammlung, die sich um das Thema „Unterrichten mit digitalen Medien“ dreht. Kein Wunder: Das Bundesbildungsministerium förderte die Seite zu Beginn. Damals betrieb sie der Verein „Schulen ans Netz“. Mittlerweile steht die privatwirtschaftlich geführte lo-net GmbH hinter dem Angebot, das eine Menge Service beinhaltet. Geld aus Berlin gibt es nicht mehr, dafür – dezente – Werbung auf den Seiten. Mit den Einnahmen wird eine kleine feste Redaktion aus Lehrern und Journalisten unterhalten. „Im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten im Netz werden alle Beiträge von unserer Redaktion geprüft, überarbeitet und einer ausgeklügelten Qualitätssicherung unterzogen“, erklärt Redaktionsleiterin Gabi Netz. Zielsetzung der Homepage: „Wir möchten Lehrerinnen und Lehrern den Zugang zu digitalen Medien erleichtern – und zwar allen Lehrkräften: angefangen von denen, die aktuell informiert sein wollen, bis hin zu denen, die komplexe Internet-Projekte mit ihren Klassen umsetzen möchten.“
Marc Raschke